Gemeinsame Presseinformation - Bessere Arzneimittelversorgung pflegebedürftiger Senioren

Innovationsfondsprojekt im Februar gestartet

Berlin, 16. Februar 2018. Stürze, Magenblutungen und Demenzen sind häufige Symptome oder Erkrankungen bei pflegebedürftigen Senioren. Zumeist werden diese dem Alter der Patienten zugeschrieben, tatsächlich aber oft durch Arzneimittel verursacht. Bis zu 30 Prozent der pflegebedürftigen Senioren in Deutschland leiden unter zu vielen Arzneimitteln und dadurch bedingte gravierende Neben- und Wechselwirkungen. Sowohl für die Patienten als auch für die Pflegenden ist dies eine große Belastung und bedeutet einen erheblichen pflegerischen und medizinischen Mehraufwand.

In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen startet jetzt das Projekt „Optimierte Arzneimittelversorgung für pflegebedürftige geriatrische Patienten

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OAV bedeutet Optimierte Arzneimittelversorgung. Das OAV Versorgungsmodell ist ein interdisziplinäres, selbstlernendes Risikomanagement-System zum Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung von pflegebedürftigen Senioren. 

Hochgerechnet leiden bis zu einem Drittel der pflegebedürftigen Senioren in Deutschland unter gravierenden arzneimittelbedingten Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Ca. 66 Prozent dieser sogenannten unerwünschten Arzneimittelereignisse (kurz: UAE) können jedoch vermieden oder zumindest verringert werden. 

 

Interdisziplinäres Handeln in der Geriatrie beschreibt eine neue, effektive Form der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Heilberufen zum Wohle der geriatrischen, multimorbiden Pflegebedürftigen.

Interdisziplinarität bedeutet wörtlich (lat.) „zwischen den Schülern“. In unserem Fall bedeutet dies: alle am Medikationsprozess Beteiligten, also Pflegefachkraft, Arzt und Apotheker, begegnen sich als „gemeinsam Lernende“.